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Johann Philipp Reis
Johann Philipp Reis Erfinder des Eierkuchens, Pferdeflüsterer, Salat-Freak, Präger des Satzes »Hallo, wer spricht da, bitte?«, passionierter McDonalds-Gänger, Schöngeist hat einmal gesagt:
»Wenn alle das täten, was ich tat, tue und zu tuen gedenke, wenn wirklich alle jenes machten, was mich bewegte, rührte, schüttelte und drückte kurz: Wenn die Leute öfter in die Hörner bliesen als Trompeten zu treten, wäre ich glücklicher denn je zuvor möchte ich jedoch noch eben erwähnen, daß es mich dürstet und hungrig mein Auge die leuchtende Tafel besieht/Speichel sich sammelt im Winkel des Mundes/der mir im Gesicht zu Worten sich formt/die jeder versteht wenn er nur will und angestellt/in diesem Geschäfte mit diesem »M« auf der Tüte und nicht zu vergessen aufm Dach, das Riesenteil. Jenes »M« ist größer als jede Papiertüte dieser Welt, und sei sie auch mit noch so leckerem Gurkensalat gefüllt oder mit Hafer, das dem Pferd wohl besser mundet.
Ja, dieses »M« ist sogar größer als ein Pferd!
Um die Größe zu beschreiben: Es ist so groß wie ein Pferd oder meinetwegen ein Esel, auf dem ein Hund versehen mit einer Katze steht, worauf schlußendlich ein Hahn kräht! Mehr will ich nicht verraten!
Jetzt ist es aber auch Zeit, zum Thema zu kommen, und im Vertrauen ist es nicht Zeit, was uns altert und reifer wirken läßt? Reifer als wir vielleicht wirklich sind? Das Aussehen, das Gehabe, der Klang der Worte... egal.
Jedesmal nehme ich mir vor, eine mundende, gehaltvolle Nahrung zu mir zu nehmen, doch wenn ich vor dieser leuchtend bunt flippigen Tafel stehe, kenne ich nur ein Verlangen: Kartoffelstäbchen mit Tomatensoße, eine flachgekloppte Bulette in einem angewärmten Brötchen, darauf ein Hauch Mostrich und nicht zu vergessen: Ein Scheibchenchen Gurke, mit einem Laserstrahl so dünn geschnitten, daß man in der Lage ist hindurchzusehen! Das ist es, was mein Herz begehrt: Aufgemotztes, schillerndes, entproteiniertes, barsinniges Plastik. So liebe ich meine Mahlzeit. So liebe ich auch Gespräche.
Da fällt mir ein, ich muß da noch was erfinden... irgendwas nutzloses, gesichtsloses. Und teuer muß es sein! Besonders tagsüber. In der Nebenzeit kann man ja später einen günstigeren Tarif anbieten. Es sollte möglichst auch das lästige Hin-und-her-Gereise zwischen Verwandten, Bekannten und Freunden abschaffen, dieses ewige Besuch-mich-mal-ich-besuch-dich-auch-mal-Getue, oh, wie mich das anödet, Besuch-dich-ins-Knie!
Aber was könnte das sein, womit ich von zu Hause aus den Anschein erwecke, ich kümmerte mich um meine Großeltern, ohne stundenlang Sachen zu packen, die anstrengende Kutschfahrt zu ertragen, dann endlich dort zu sein, mit dem Geruch von Kuhmist in der Nase und Hühnerkacke am Schuh zu lächeln und Freude zu heucheln, in der Kammer zu übernachten bei sibirischer Kälte, die Bettdecke so dick, daß man das Fußende des Bettes nicht sehen kann, und alle Gegenstände im Zimmer mit Reif bedeckt, geheizt wird erst morgen früh, wenn endlich das Bett warm ist und man aufstehen muß und sich fragt, warum man eigentlich die Sachen nicht mit ins Bett genommen hat, dann würden sie jetzt nicht so klamm auf dem Stuhl hängen. Nächsten Tag fährt man zurück, Besuch abgehakt. Auf zum nächsten Verwandten.
Kann man das nicht ein wenig abkürzen? So auf drei Minuten?
Fasse dich kurz sollte die Losung sein, die Losung meiner Erfindung, die Lösung meiner Probleme, ich hab schon eine Idee: Zwei leere Blechdosen mit Strippe verbunden... nein, zwei leere Gehirnhälften mit Strippe verbunden, nein, warte... heureka, das Telefon! Das ist es! Das Telefon! Ich hab soeben das Telefon erfunden! Ich muß sofort daran arbeiten! Okay, Johann, ganz ruhig, komm runter, du bist genial, okay, doch erst beruhigst du dich! Du brauchst einen Burger mit Pommes. Und eine Cola. Ja genau. Ich schick sofort einen Boten! Das dauert eine Stunde. Meine Erfindung muß warten. Meine Erfindung wird uns allen viel Zeit sparen und kann deshalb eine Stunde warten. Hab ich einen Hunger! Nach dem Essen werde ich die ganze Nacht an der Erfindung arbeiten! Wenns sein muß, sogar bis nächste Woche! Hab ich einen Hunger! Mein Gott, das gibts doch nicht, ich hab das Telefon erfunden!«
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