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2409s
Reinhold Messner
Hallo Ihr da draußen! Der Yeti und ich waren im Urlaub. Abenteuerurlaub. Das hier ist mein Tagebuch über eine Woche im südchinesischen Dschungel. Was da so alles passiert ist, ahnt kein Mensch. Nur Yeti wollte wieder alles vorher gewußt haben. Egal, ich berichte und beginne am
Montag
04:30 Wecker klingelt
04:31 Wecker in Fluß geworfen
10:20 aufgewacht durch Sonne
10:59 Wasser aufgesetzt, Eier gekocht
11:14 Frühstück
11:31 fast verschluckt, gehustet, überlebt
13:30 Taxi genommen, zum Flugplatz gefahren
16:37 Abflug nach Peking
: total langer Flug, nur Comics gelesen und gepennt. Zwischendurch gabs Mittag, Abendbrot, Frühstück und drei James-Bond-Filme. Bis hierhin schon Menge erlebt.
Dienstag
06:00 Landung in Kala-Ma-Schiri (Ortsteil von Peking, ungefähr wie Rosengarten). Dicken Mantel angezogen und ausgestiegen fast gestorben, war totale Hitze hier (im Reiseführer stand: Vorsicht, kalt hier Scheiß Reiseführer, werde Verlag verklagen)
06:45 Bus bestiegen, in Dschungel gefahren
18:10 im Dschungel angekommen, Zelt war schon aufgebaut
18:59 Abendbrot gegessen: Koala Steak an knackigem Eukalyptus Salat (mit Reis natürlich). Die Bedienung war sehr freundlich, sprach sehr gut deutsch. War aus Berlin. Saß im selben Flieger.
19:26 satt
19:27 Reisschnaps zur Verdauung, dann ab in die Koje (Betten mußte man selber beziehen war halt Abenteuerurlaub!)
Mittwoch
09:01 durch Zimmerservice geweckt
09:31 Frühstück am See (Kala-Ma-See). Die Eier waren vom Strauß, die Schale war kunstvoll bemalt typisch chinesisch halt. War fast zu schade zum zerkloppen. Aber egal. Wir sind ja nicht zum Vergnügen hier: Machete genommen, Schale barst. Straußeneier sind sehr groß. Größer als Hühnereier. Nur anderthalb Stunden und das Ei war gegessen. Gleich anschließend gab es Mittag: Nr. 3 mit schaaf (Imbiß-Stand in der Nähe). Morgen soll es Krokodil geben. Freuen uns schon total.
14:00 vollgefressen eingepennt. Yeti als Kopfkissen benutzt.
17:00 geweckt durch gefährliche Dschungel-Situation: 15 (!) Elefanten liefen direkt durch unser Zeltlager, gefolgt von ca. 3 hungrigen Säbelzahn-Tigern und 67 Killer-Pelikanen. Nachdem die Elefanten sich benommen hatten, wie Jugendliche im Porzellanladen, fraßen die Tiger unsere gesamten Vorräte inklusive Krokodils-Gulasch mit süß-sauer Soße und Glasnudeln aus dem Wok. Da war vielleicht was los, so haben die uns jedenfalls erzählt. Wir sind nämlich weggerannt.
23:10 halten uns immer noch versteckt im Bushaltestellenwartehäuschen. Rauchten eine nach der anderen. Hatten nur fünf Zigaretten. Schlotterten vor Angst und Kälte. Nachts war es nämlich doch kalt. Unsere Mäntel haben wir schon weggeworfen.
Donnerstag
03:30 geweckt durch Busgeräusch, sofort eingestiegen, zum Flughafen gefahren.
06:40 einchecken zum Rückflug nach Hause. Genug erlebt, denken wir. An sich war es ja schön. Das machen wir bestimmt mal wieder.
19:01 warten immer noch auf Flugzeug. Abflug mehrmals verschoben, wegen Entführer.
23:17 kleinen Snack gegessen. Zollfrei. Zimtnudeln mit Affenhirn vom Stand. Pommes waren matschig. Am meisten gehen uns die vielen Touris hier am Flughafen auf den Sack. Apropos Sack. Wir haben unser Gepäck im Lager vergessen. Scheiße. Wir müssen nochmal zurück in den Dschungel. Außerdem ist gleich Mitternacht und dann ist schon
Freitag
00:00 Bus ins Zeltlager entführt. Wollte eigentlich zum Theater, aber wir haben den Fahrer mit einer Kartoffel bedroht. Kannte der noch nicht. Hat gemacht, was wir wollten. Ließ am Zeltlager den Motor laufen und holte für uns die Kastanien aus dem Feuer. Kastanien wollten wir nicht. Deshalb mußte er nochmal gehen und unser Gepäck holen. Immer dasselbe mit dem Buspersonal. Einmal sagen reicht nicht.
08:30 zurück am Flughafen. Wir haben schon die Schnauze voll vom Abenteuer. Nichts richtiges zu Essen und dauernd Aufregung. Sehr ungesund.
15:02 Maschine bestiegen in Richtung Frankfurt. Dann eingeschlafen
Sonntag
10:00 aufgewacht im Taxi, zu Hause vor der Haustür. Dem Fahrer Geld gegeben und Kartoffel geschenkt. Kannte der schon. Hat sich nicht gefürchtet. Taffer Typ. War bestimmt auch schon mal im Dschungel.
10:07 oben im Zimmer auf Bett gefallen, wir müssen viel Schlaf nachholen. Bis bald.
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